Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen

 

Die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen bilden eine in Schwaben ansässige, katholisch gebliebene Linie des Hauses Hohenzollern. In der Revolution von 1848 trat der Fürst Karl von Hohenzollern-Sigmaringen zugunsten seines Sohnes Karl Anton zurück. Nachdem dieser flüchten musste und sein Land von preußischen Truppen besetzt war, verzichtete er 1849 auf seine Souveränitätsrechte. Nach einer Tätigkeit als General und als Gesandter in Paris war der als liberal geltende Fürst von 1858 bis 1862 preußischer Ministerpräsident. In dieser Zeit erwarb er Bassenheim, wo er keine bleibenden Spuren hinterlassen hat. 1866 wurde sein Sohn Karl zum König von Rumänien gewählt. 1870 bot man seinem anderen Sohn Leopold den spanischen Thron an. Reichskanzler Otto von Bismarck bedrängte den Vater, dieses Angebot selbst anzunehmen, da er mit dem Einverständnis Frankreichs rechnete. Als sich eine massive diplomatische Krise abzeichnete, zog Fürst Karl Anton seine Bewerbung zurück, doch zu spät: Nach der Affäre um die „Emser Depesche“ kam es zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, in dem der Fürst als Militärgouverneur der Rheinprovinz tätig war. 1871 zog er sich nach Sigmaringen zurück, wo er 1885 starb.

 

Prof. Dr. Schmid, Winningen


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